Rechtsanwälte HSH

Ob das Aufstellen bewusst unwahrer Tatsachenbehauptungen

durch den Mieter innerhalb eines Rechtsstreits mit seinem Vermieter eine die ordentliche Kündigung nach § 573 Abs. 1, 2 Nr. 1 BGB rechtfertigende Pflichtverletzung darstellt, ist anhand einer umfassenden Würdigung aller Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. So der Bundesgerichtshof.

 

Verjährung des Auskunftsanspruchs bei der Mietpreisbremse

Der Bundesgerichtshof hat heute, am 12.07.2023, in vier Verfahren über die Frage entschieden, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt der Auskunftsanspruch des Mieters gegen den Vermieter nach den Vorschriften zur sogenannten Mietpreisbremse (§ 556g Abs. 3 BGB) verjährt.

 

Nackter Vermieter im Hof ist kein Mietmangel

Laut dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) werde durch den sich im Hof nackt sonnenden Vermieter, vorliegend der Kläger, die Gebrauchstauglichkeit der Mietsache nicht beeinträchtigt.

Kein "dulde und liquidiere" im Nachbarschaftsverhältnis

Die Parteien sind Eigentümer benachbarter Grundstücke. Auf dem Grundstück der Beklagten steht unweit der gemeinsamen Grundstücksgrenze eine Pappel. Die Wurzeln der Pappel sind in das Grundstück des Klägers hineingewachsen. Dadurch wurden in der Garageneinfahrt des Klägers Pflastersteine angehoben.

Beschlusszwang in der WEG

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Wohnungseigentümer, der eine in der Gemeinschaftsordnung nicht vorgesehene bauliche Veränderung vornehmen will, einen Gestattungsbeschluss notfalls im Wege der Beschlussersetzungsklage herbeiführen muss, ehe mit der Baumaßnahme begonnen wird.

Rechts vor links, aber nicht auf dem Parkplatz

Auf öffentlichen Parkplätzen gilt entgegen der weitverbreiteten Annahme die "rechts-vor-links"-Regel, die sonst im öffentlichen Straßenverkehr ohne Vorfahrtsregelung greift, grundsätzlich nicht, so der Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 22.11.2022, VI ZR 344/21.